Keine Daten an die KI senden — und das selbst nachprüfen

Kein Upload. Kein Server. Die Daten verlassen Ihr Gerät nicht.

„Ihre Daten sind bei uns sicher“ steht auf so gut wie jeder Anbieterseite. Der Satz ist wertlos, solange er sich nicht überprüfen lässt — und für die meisten Dienste lässt er sich nicht überprüfen, weil die Verarbeitung auf fremden Servern stattfindet, in die niemand hineinsehen kann.

Bei einem Werkzeug, das im Browser läuft, ist das anders. Was Ihr Browser tut, können Sie sich ansehen. Diese Seite zeigt drei Prüfungen, die dafür keine besonderen Kenntnisse brauchen.

Probe 1: Der Netzwerk-Tab

Jeder gängige Browser bringt Entwicklerwerkzeuge mit, die sich mit F12 öffnen lassen (unter macOS Cmd+Option+I). Im Bereich Netzwerk ist jede ausgehende Verbindung aufgeführt, die die Seite aufbaut — vollständig und unabhängig davon, was die Seite über sich selbst behauptet.

Der Ablauf: Netzwerk-Tab öffnen, Liste leeren, dann ein Dokument auswählen und pseudonymisieren. Während der Verarbeitung darf keine neue Anfrage erscheinen. Erscheint keine, ist die Sache entschieden: Es wurde nichts übertragen. Diese Prüfung können Sie an jedem Werkzeug durchführen, das im Browser arbeitet — auch an anderen.

Probe 2: Die Verbindung trennen

Noch einfacher und ohne Werkzeuge: Trennen Sie das Gerät vom Netz — Flugmodus, WLAN aus, Kabel ziehen. Wenn die Verarbeitung danach weiterhin funktioniert, kann sie kein Netz gebraucht haben.

Diese Probe funktioniert hier, weil die Anwendung als Progressive Web App installierbar ist und lokal weiterläuft. Das Erkennen und Ersetzen personenbezogener Daten braucht keine Verbindung. Was ohne Verbindung erwartungsgemäß nicht mehr geht, ist alles, was naturgemäß nach außen führt: das Senden eines Textes an einen KI-Dienst und das Anmelden an einem Konto.

Der Unterschied zu einem Serverdienst ist an dieser Stelle am deutlichsten: Ein Werkzeug, das Dateien hochlädt, kann diese Probe nicht bestehen. Ohne Verbindung tut es nichts.

Probe 3: Die Content Security Policy

Die ersten beiden Proben zeigen, was tatsächlich passiert ist. Die dritte zeigt, was überhaupt passieren könnte.

Eine Content Security Policy ist eine Regel, die eine Seite an den Browser mitliefert und die der Browser durchsetzt — nicht die Seite. Unter anderem legt sie fest, zu welchen Zieladressen die Seite Verbindungen aufbauen darf. Ist diese Liste eng gefasst, kann auch fehlerhafter oder manipulierter Code keine Daten an eine beliebige fremde Adresse schicken: Der Browser lässt die Verbindung nicht zu.

Nachsehen können Sie das im Quelltext der Seite (Rechtsklick, Seitenquelltext anzeigen) — die Regel steht im Kopfbereich unter Content-Security-Policy. Hier ist der ausgehende Verkehr auf die eigene Herkunft beschränkt, ergänzt um lokale Adressen für den Betrieb eines KI-Modells auf dem eigenen Rechner. Eine Übertragung an einen unbeteiligten Dritten wäre technisch blockiert, nicht nur unerwünscht.

Was das für die Zuordnungstabelle bedeutet

Beim Pseudonymisieren entsteht eine Zuordnung: welcher Platzhalter steht für welchen Originalwert. Diese Tabelle ist der sensibelste Teil des ganzen Vorgangs — wer sie hat, kann jeden pseudonymisierten Text wieder auflösen.

Sie bleibt deshalb ausschließlich auf Ihrem Gerät. Sie wird nicht übertragen und ist keinem Konto zugeordnet. Das hat eine Konsequenz, die man kennen sollte: Wenn Sie die Zuordnung verlieren, kann sie niemand wiederherstellen — auch der Betreiber nicht. Das ist kein Versäumnis, sondern die Kehrseite davon, dass niemand sonst sie hat.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass ein Browser-Werkzeug wirklich nichts überträgt?

Am zuverlässigsten am Netzwerk-Tab der Entwicklerwerkzeuge: Dort ist jede ausgehende Verbindung sichtbar, unabhängig davon, was die Seite behauptet. Wenn während der Verarbeitung keine Anfrage erscheint, wurde nichts übertragen. Eine zweite, noch einfachere Probe ist die Trennung der Internetverbindung: Was ohne Netz weiterarbeitet, kann kein Netz gebraucht haben.

Was ist eine Content Security Policy und was nützt sie mir?

Eine Content Security Policy ist eine Regel, die die Seite an den Browser mitliefert und die der Browser durchsetzt — nicht die Seite selbst. Sie legt unter anderem fest, zu welchen Zieladressen die Seite überhaupt Verbindungen aufbauen darf. Ist diese Liste eng gefasst, kann selbst fehlerhafter oder manipulierter Code keine Daten an eine beliebige fremde Adresse schicken, weil der Browser die Verbindung blockiert.

Wenn nichts übertragen wird — wie funktioniert dann die KI-Antwort?

Beides gleichzeitig geht nicht, und das wird hier auch nicht behauptet. Das Erkennen und Ersetzen läuft ohne jede Übertragung. Erst wenn Sie den bereits bereinigten Text bewusst an einen KI-Dienst senden, geht etwas hinaus — und zwar genau dieser bereinigte Text, nicht das Original und nicht die Zuordnungstabelle.

Kann ich das Werkzeug ganz ohne Internetverbindung nutzen?

Ja, für das Pseudonymisieren selbst. Die Anwendung ist als Progressive Web App installierbar und läuft danach lokal weiter. Eine Verbindung brauchen Sie nur für Funktionen, die naturgemäß nach außen gehen — etwa das Senden eines Textes an einen KI-Dienst oder das Anmelden an einem Konto.

Zu den Grenzen: Die Erkennung arbeitet mustergestützt und wird laufend gegen einen gelabelten Testkorpus gemessen. Sie kann ungewöhnlich geschriebene oder erst aus dem Zusammenhang erschließbare Angaben übersehen. Prüfen Sie das Ergebnis vor dem Versand an einen KI-Dienst immer selbst. Die Anwendung unterstützt datenschutzkonforme Abläufe, ersetzt aber keine Rechtsberatung.

Netzwerk-Tab öffnen und selbst nachsehen — die Anwendung läuft ohne Registrierung.

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