Kein Upload. Kein Server. Die Daten verlassen Ihr Gerät nicht.
Sprachmodelle sind für die Kanzleiarbeit ausgesprochen nützlich — Schriftsätze zusammenfassen, Sachverhalte strukturieren, Formulierungen prüfen. Und sie sind für genau diese Arbeit heikel, weil in den Unterlagen steht, was der Verschwiegenheit unterliegt.
In der Diskussion um KI-Werkzeuge wird meist über die DSGVO gesprochen. Für Kanzleien ist das nur die halbe Prüfung.
Das Datenschutzrecht schützt personenbezogene Daten. Die anwaltliche Verschwiegenheit schützt darüber hinaus alles, was in Ausübung des Berufs anvertraut oder bekannt geworden ist — unabhängig davon, ob ein Personenbezug besteht. Schon der Umstand, dass eine bestimmte Person Mandantin ist, fällt darunter.
Die praktische Folge: Ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem KI-Anbieter beantwortet die datenschutzrechtliche Frage. Die berufsrechtliche beantwortet er nicht mit. Wer beide Pflichten erfüllen will, kommt an der vorgelagerten Überlegung nicht vorbei — muss der Inhalt überhaupt hinausgehen?
Der Schwerpunkt liegt auf den Angaben, die einen Vorgang eindeutig bestimmen. In Schriftsätzen sind das häufig nicht die Namen, sondern die Zahlen:
Ergänzend lassen sich eigene Begriffe aufnehmen, etwa kanzleiinterne Mandatsbezeichnungen, die keinem allgemeinen Muster folgen.
Beim manuellen Durchsehen geht selten der Name im Rubrum verloren. Verloren geht, was außerhalb des Fließtexts steht:
| Stelle | Typischer Inhalt |
|---|---|
| Kopfzeile | Geschäftszahl, Mandatsbezeichnung, Gegnerangabe |
| Fußzeile | Bankverbindung, UID-Nummer, Registerangaben |
| Signaturblock | Sachbearbeitername, Durchwahl, E-Mail-Adresse |
| Anlagenverzeichnis | Dateinamen, die den Mandantennamen enthalten |
| Tabellen in Anlagen | Namen und Beträge in Aufstellungen |
Diese Bereiche werden mit ausgelesen. Word-Dokumente kommen dabei formaterhaltend zurück — Aufbau und Formatierung des Schriftsatzes bleiben erhalten, siehe Word-Dokument anonymisieren. Bei PDF-Dateien entsteht eine Word-Datei, aus dem auf der PDF-Seite erläuterten Grund.
Pseudonymisierung ersetzt Namen und Kennzahlen — nicht den Sachverhalt. Ein hinreichend ungewöhnlicher Sachverhalt bleibt für jemanden, der die Umstände kennt, zuordenbar, auch wenn kein Name mehr darin vorkommt.
Deshalb ist Pseudonymisierung im Zusammenhang mit Berufsgeheimnissen ein Instrument der Risikoreduktion und kein Freibrief für offene KI-Systeme. Wer das anders darstellt, verkauft etwas. Die Abwägung im Einzelfall — welches Mandat, welcher Dienst, welche Ausgestaltung — bleibt Ihre.
Was das Werkzeug dagegen belastbar leistet: Es sorgt dafür, dass die identifizierenden Angaben den Rechner nicht verlassen. Nachprüfen lässt sich das im Netzwerk-Tab des Browsers, beschrieben auf der Seite Keine Daten an die KI senden.
Das ist keine Frage, die eine Werkzeugseite für Sie beantworten kann — sie hängt vom Berufsrecht, vom konkreten Mandat und von der gewählten Ausgestaltung ab. Was sich allgemein sagen lässt: Wird der Schriftsatz im Klartext übermittelt, ist der Inhalt beim Anbieter angekommen, und das lässt sich nicht rückgängig machen. Wird er vorher von Namen, Anschriften und Aktenzahlen befreit, ist dieser Anknüpfungspunkt entfallen.
Weil er nur die datenschutzrechtliche Seite regelt. Die anwaltliche Verschwiegenheit ist eine eigenständige, weiter reichende Pflicht: Sie schützt alles, was in Ausübung des Berufs anvertraut wurde, und nicht nur personenbezogene Daten. Schon die Tatsache, dass ein bestimmtes Mandat besteht, unterliegt ihr. Ein Vertrag über die Datenverarbeitung beantwortet diese zweite Frage nicht mit.
Sie gehören zu den ausdrücklich unterstützten Kategorien. Weil Aktenzahlen formal wie Rechnungs- oder Belegnummern aussehen können, werden sie zusätzlich anhand der umgebenden Bezeichnung eingeordnet — ohne ein Wort wie Aktenzahl, GZ oder Zahl in der Nähe wäre eine Ziffernfolge nicht von einer beliebigen anderen Nummer zu unterscheiden.
Nicht zwangsläufig. Ersetzt werden Namen und Kennzahlen, nicht der geschilderte Sachverhalt. Ist dieser ungewöhnlich genug, kann er auch ohne Namen einem Verfahren zugeordnet werden — von jemandem, der die Umstände kennt. Pseudonymisierung senkt das Risiko erheblich, hebt es aber nicht auf.
Ohne Registrierung ausprobieren — Schriftsatz einfügen, Ergebnis sofort sehen.
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